Hi! Ich bin Asaf.

...ich bin kein Rassist, aber...

...ich bin kein Rassist, aber...

Netten Menschen

Leute, ich möchte euch aus tiefstem Zorn und Wut eine Änderung mitteilen. Eigentlich sollte dieser Artikel ein Beitrag über das Oktoberfest werden. Anstatt über ein glückliches, gemütliches und bayerisches Trinkfest zu schreiben, befasst sich dieser Post mit dem menschlichen Abfall und dem Müll,  der im Internet in den Kommentarzeilenbei Beiträgen mit jüdischen oder israelischen Bezug zu lesen ist.

Leider haben wir vergangenen Mittwoch Shimon Peres verloren, möge er in Frieden ruhen . Während seines langen Lebens von 93 Jahren, hat Herr Peres vieles erreicht. Ich war nicht sein Anhänger, wir teilten nicht dieselben Meinungen und trotzdem gebührt ihm mein unergründlicher Respekt. Seinediplomatische Karriere bewundere ich sehr, aber nicht dafür hat er meinen Respekt verdient, sondern für sein kompromissloses Streben nach Erfolg ist Shimon Peres mir ein Vorbild, ein Ideal. In Deutschland ist kaum bekannt, dass als ichin den 90er Jahren groß wurde, der Spitzname von Peres in der israelischen Politik "Looser" war. Tatsächlich hatte Peres bis zu seiner Präsidentschaft sehr selten etwas "gewonnen". Die Wahl von 1995 hatte er verloren, sowie seine erste Kandidatur als Präsident. Aber am Ende sehen wir alle, dass sein Streben, wieder und wieder zu gewinnen, sich gelohnt hat. Peres iwurde universal gemocht und gelobt. Ungeachtet seiner Niederlagen, hat Peres seinen Traum verwirklicht. Genau deswegen gilt diesem Mann meine Hochachtung. Für ihn gilt die Phrase: "winner is the biggest loser", eine Satz, den ich sehr schätze.

Zur Ehre dieses großen Mannes, hatte die Bundesregierung sowie die ARD auf FacebookBeiträge über seinen Tod veröffentlicht. Wie immer, egal ob es um etwas Gutes oder Schlechtes geht, sobald ein Berticht von Juden oder Israelis handelt, beginnt sofort ein Affentheater. Und ich möchte daraus zitieren:  

"..möge er in die Hölle brennen..", und eine weitere Perle wie: "...ein Problem weniger auf der Erde...". "...Haben wir schon April? Ihr vom Bundestag ,bringt mich immer zum lachen..." und wie könnten wir ohne: "...er war Hitler 2.0...". Ich kann mich nurbei diesen bescheidenen und zurückhaltenden Menschen für ihre herzliches Beileid bedanken. Ich erinnere mich, als ich das erste mal eine YouTube Video Kommentarleiste gelesen habe, war ich zutiefst erschrocken. Seitdem habe ich gelernt zu differenzieren zwischen Menschen ohne Selbstwertgefühl und den richtigen gefährlichen Kommentatoren, die ihre Meinung hinter schönen Ausdrücken verstecken. Und so waren solche verbalen Ausfälle nicht die einzigen Kommentare der"guten" Menschen, die sich so höflich über den Peres Beitrag kommentierten. Jene Kommentare, die ein "Aber" haben, finde ich viel schlimmer. "...ich bin kein Rassist, aber...", "...ich habe nichts gegen Juden, aber", "...ich habe kein Problem mit dem israelischen Volk, aber..."

"Aber"  

Solche Ausdrücke habe ich persönlich von Menschen bei Argumenten erlebt. "...ich bin kein Rassist, aber der Einfluss der Juden auf Deutschland ist für den Staat Israel sehr schlecht...". Ich möchte daher für alle Menschen die"Aber" benutzen etwas klarstellen: Dies zu sagen bedeutet oder klingt zumindest wie folgendes: Die Juden steuern Deutschland für Israel. Das klingt rassistisch, ich möchte mich davon distanzieren und daher sage ich, dass ich mit Juden persönlich kein Problem habe, deshalb bin ich im Grunde genommen kein Rassist. Klingt besser oder!?!. Dachte ich mir. "Aber" in dem Sinne wird öfters verwendet, um schreckliche Ausdrücke zu verdrücken. als ob man sagte: es sei Ok! Ich habe "aber" gesagt, es sei jetzt höflich! und daher Ok! In jedem Argument habe ich hingewiesen, dass sowas zu sagen, problematisch sei und dann fing natürlich die Diskussion an, was man in Deutschland sagen darf und was nicht. Wie immer. Ich bin immer für Kritik und solange es nach Kritik klingt, bin ich dafür. Meinungsfreiheit steht bei mir an erster Stelle. Das Problem ist, wo liegt die Grenze zwischen Kritik und Hass? Über die Grenze von Hass auf Israel und Antisemitismus schreibe ich gerne in einem andere Beitrag    

Die Internet Trolls, die Beleidigungen für Spaß halten, die ungebildeten Nazis, Linksradikale oder Islamisten, die daraus ihre Freude ziehen oder ein Ventil für ihre Wut finden, halte ich für normales Phänomen. Radikale gibt es überall, auch in Israel. Es sind die "netten Menschen" die sich für moderat halten und sich hinter "political correctness" verstecken, vor denen ich Angst habe. Sie begreifen nicht, dass ihre Meinungen nicht Teil der politischen Gegenwart sind. Sie sind die Menschen, an denen unsere Demokratie scheitert. Ich bin gegen Zensur. Die ganze Welt soll sehen, wie diese Menschen auf den Tod eines alten Mannes reagiert haben. Die Offenlegung dieser Hass-Kommentare kann uns helfen zu lernen, auf solche richtig zu reagieren und diesen entgegenzutreten.

Morgen wird da neue jüdische Jahr gefeiert. Ich wünsche euch alle, Schana Towa ("Frohes Neues"), und einen frohen Tag der Deutschen Einheit. Und mögen wir nicht mehr durch Internet Trolls leiden.

       

Das Vorspeiseland: Matbucha Salat

Das Vorspeiseland: Matbucha Salat

Östliches Abenteuer

Östliches Abenteuer